Ausstellung galerie januar e.V. Bochum

MIES.miesian motion

Das Projekt:

 

Mies van der Rohe hat zwischen den 20er- und 60er Jahren des letzten Jahrhunderts eine neue Auffassung des architektonischen Raumes geprägt. Besonders in seinen flachen Gebäuden fließt sein ‚miesian space‘ zwischen den freistehenden Wänden und bildet so eine dynamische Choreographie, die sich nur erleben lässt, wenn man sich selbst durch die Räume bewegt. In seinen rhythmischen Raumkompositionen verschmelzen häufig Innen- und Außenraum zu einer Einheit, seinem Traum von einem Universalraum kam er in seinen späteren Bauten sehr nahe. 

Claire Zimmermann schlägt in ihrem Buch ‚Mies van der Rohe‘ einen Bogen von einem seine ersten zum letzten Projekt, der Neuen Nationalgalerie: ‚Hatte Mies fast genau 40 Jahre zuvor mit dem Barcelona Pavillon sein erstes Gebäude errichtet, das ein sich jeglicher Zweckhaftigkeit entziehendes Kunstwerk war, so stellte die Neue Nationalgalerie nichts Geringeres als die Rückkehr zu einer Architektur in ihrer natürlichsten Erscheinungsform dar: Raum, gebaut um den Raum an sich darzustellen.‘

 

Dieser ‚miesian space‘ bildete die Inspirationsquelle und damit die Grundlage meiner Arbeiten. Ich entnahm verschiedenen Gebäuden vor Ort Details, Merkmale der Oberfläche, Licht und Schatten in einem Moment, der bei der Weiterverarbeitung bereits Vergangenheit war. Gleichzeitig schuf ich simplifizierte 3D-Visualisierungen von acht Gebäuden. Diese ordnete, schichtete, überblendete ich mit den Frag­menten der bildnerischen Dekonstruktionen zu persönlichen Verdichtungen im Raum, die die Orientierung stören und die Wahrnehmung herausfordern. Nach dem Prinzip der Wiederholung und Verdopplung ent­standen so Zwischen-Räume und Perspektivwechsel - neue fremde Ordnungen, collagiert aus Schichten von Fragmenten und Licht. Ein Wechselspiel zwischen Zwei- und Dreidimensionalität, Positiv und Negativ, Form, Raum und Zeit, Schatten und Licht.