Artist Statement

Der Raum in mir ist unendlich. Er bewegt sich jenseits von Fragen der Nutzbarkeit oder Realität. Er bildet den Ausgangspunkt für meine künstlerische Arbeit. So kann ich Vertrautes aus einer anderen Perspektive betrachten, parallele, verborgene Welten öffnen, den Bezug zum menschlichen Körper und die räumlichen und physikalischen Grenzen der Realität aufheben. So kann ich Bilder erschaffen, die Beziehungen zu diesem Raum knüpfen und damit die Dinge und ihre Interpretation in der Schwebe halten.

 

Die Idee, Momentaufnahmen der sich stetig verändernden Ordnungen in der Beziehung von Mensch und Raum und damit eine von unend­lich vielen Optionen festzuhalten, bildet häufig die Grundlage meiner Arbeiten. Ich halte die Zeit an und konserviere einen flüchtigen Zustand. Der Raum an sich bildet das Ausgangsobjekt meiner künstlerischen Arbeit, ich nehme Bezug auf existierende, benennbare Orte oder schaffe diese selbst im Modell. Ich entnehme ihnen unspektakuläre Details, Merkmale der Oberfläche, Licht und Schatten mit der Kamera in einem Moment, der bei der Weiterverarbeitung schon Vergangenheit ist. Die Frag­mente dieser Dekonstruktionen ordne, schichte, überblende ich zu persönlichen Verdichtungen im Raum, die die Orientierung stören und die Wahrnehmung herausfordern. Nach dem Prinzip der Wiederholung und Verdopplung ent­stehen so Zwischen-Räume und Perspektivwechsel - neue fremde Ordnungen, collagiert aus Schichten von Fragmenten und Licht. Ein Wechselspiel zwischen Zwei- und Dreidimensionalität, Positiv und Negativ, Form, Raum und Zeit, Schatten und Licht.

 

Ich nutze und mische für meine Arbeiten verschiedene Techniken von Fotografie, Video, Animation bis hin zum Druck und arbeite hierbei sowohl analog als auch digital. Ich nehme Bestehendes als Grundlage, dekonstruiere, schichte und transformiere so lange, bis im Zusammenspiel mit Licht und Schatten etwas Neues entsteht, das sich gegenseitig durchdringt und eine neue Imagination von Raum und Zeit entstehen lässt.