itsallaboutMIES


Mies van der Rohe hat zwischen den 20er- und 60er Jahren des letzten Jahrhunderts eine neue Auffassung des architektonischen Raumes geprägt. Besonders in seinen flachen Gebäuden fließt sein ‚miesian space‘ zwischen den freistehenden Wänden und bildet so eine dynamische Choreographie, die sich nur erleben lässt, wenn man sich selbst durch die Räume bewegt. In seinen rhythmischen Raumkompositionen verschmelzen häufig Innen- und Außenraum zu einer Einheit, seinem Traum von einem Universalraum kam er in seinen späteren Bauten sehr nahe. 

Dieser ‚miesian space‘ bildete die Inspirationsquelle und damit die Grundlage meiner Arbeiten. Ich entnahm verschiedenen Gebäuden vor Ort Details, Merkmale der Oberfläche, Licht und Schatten in einem Moment, der bei der Weiterverarbeitung bereits Vergangenheit war. Gleichzeitig schuf ich simplifizierte 3D-Visualisierungen von acht Gebäuden. Diese ordnete, schichtete, überblendete ich mit den Frag­menten der bildnerischen Dekonstruktionen zu persönlichen Verdichtungen im Raum, die die Orientierung stören und die Wahrnehmung herausfordern. Nach dem Prinzip der Wiederholung und Verdopplung ent­standen so Zwischen-Räume und Perspektivwechsel - neue fremde Ordnungen, collagiert aus Schichten von Fragmenten und Licht. Ein Wechselspiel zwischen Zwei- und Dreidimensionalität, Positiv und Negativ, Form, Raum und Zeit, Schatten und Licht.

 

In the 20thcentrury Mies van der Rohe created a new vision of architectural space. Especially in his pavillons and flat buildings, the so called ‘miesian space’ is floating between free standing walls creating a dynamic choreography which can only be explored while moving around in the room. In his rhythmic compositions, interior and exterior are very often merging, in his later buildings he even tried to implement his dream of universal space.

 

This ‘miesian space’ was my source of inspiration and the basis of my artwork. On location I took details, attributes of the surface, light and shadow with my camera capturing one moment in time. Later I created simplified 3D visuals of eight buildings and layered, structured and crossfaded them with the fragments of my visual deconstructions to create my personal compressions of space, challenging orientation and senses. Using this principle, I created changes in perspective, collages of the ‘in-between’ and new arrangements of space made from layers of fragments, light and sound.